„Der 1. Mai ist kein Ritualtermin für Sonntagsreden. Er ist eine Erinnerung daran, wer dieses Land im Alltag trägt: die Menschen, die morgens aufstehen, Verantwortung übernehmen, Familie und Beruf zusammenhalten und mit ihrer Arbeit dafür sorgen, dass unser Gemeinwesen funktioniert.

Diese Menschen merken, dass die Zeiten schwieriger geworden sind. Wir müssen unseren Sozialstaat zukunftsfest machen und stehen aktuell vor wichtigen Reformen. Hier brauchen wir Ehrlichkeit. Wir dürfen nicht so tun, als ließen sich die großen Fragen unseres Landes allein technisch oder fiskalisch lösen. Es wird Zumutungen geben, aber das muss für alle gelten. Sonst bekommen wir ein Gerechtigkeitsproblem.

Als Arbeitnehmergruppe unterstützen wir die notwendigen Reformen unseres Landes. Aber wir sagen auch: Es geht nicht darum, das Soziale neu zu denken. Es geht darum, das Neue sozial zu denken.

Der Tag der Arbeit ist deshalb ein klarer politischer Auftrag: Wir müssen die Würde der Arbeit stärken, Leistungsgerechtigkeit sichern und dafür sorgen, dass Deutschland ein Land bleibt, in dem nicht Partikularinteressen den Ton angeben, sondern die arbeitende Mitte eine starke politische Stimme hat.“